Der Weg vom fremdbestimmten zum selbstbestimmten Leben

Edit Siegfried-Szabo: Vom Kommunismus über die Freikirche bis zur Freiheit selbstbestimmten Lebens
Schwächen in Potenziale umwandeln
Schwächen in Potenziale umwandeln
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Basel (pts006/23.10.2017/08:00) –Edit Siegfried-Szabo ist Sängerin, Gesangspädagogin und Bewusstseinstrainerin. In ihrem gerade erschienen Buch “Supraleitung: Der Weg zur Mitte” zeigt sie, wie man durch Stabilisierung der inneren Muskulatur zu Stärke und Selbstbewusstsein finden kann. Ein regelmäßig wiederkehrendes Motiv der gebürtigen Ungarin und heute in der Schweiz lebenden Autorin ist, wie man von einem fremdbestimmten zu einem selbstbestimmten Leben gelangen kann.

Frau Siegfried-Szabo, wann und warum sind Sie aus Ungarn in die Schweiz übergesiedelt?
1985 habe ich mit 19 Jahren in der Schweiz ein Studium in der weltbekannten Basler Musikakademie für Alte Musik (Schola Cantorum Basiliensis) begonnen. Ich konnte im kommunistisch regierten Ungarn keine Nische finden, in der ich mich persönlich entwickeln konnte.

Wie beeinflusste der Kommunismus Ihre persönliche Entwicklung?
Die Nomenklatura aus Staat und Partei legte fest, wie man zu leben und was man zu denken hat. Sowohl Gedankenfreiheit als auch meine künstlerische Freiheit als ambitionierte Sängerin waren sehr beschränkt. Ich fühlte mich fremdbestimmt.

Können Sie uns Beispiele nennen?
Schon als Schülerin und Heranwachsende sang ich gern vor Publikum. Ich fand es jedoch unerträglich, dass Lehrer und Kulturbürokraten über mein Denken bestimmen. Wir durften nur zensierte Bücher lesen. Nachdem ich die Ausreise in die Schweiz beantragt hatte, wurde ich von der Geheimpolizei mehrfach verhört, weil ich unter Verdacht stand, eine Spionin zu sein. Wie durch ein Wunder konnte ich doch mit dreimonatiger Verspätung das Studium in Basel aufnehmen. Ich war damals die zweite ungarische Person, die offiziell in der Schweiz studieren durfte.

War ein neues politisches System gleichbedeutend mit einem Wechsel von einem fremdbestimmten zu einem selbstbestimmten Leben?
Sicherlich bin ich in ein demokratisches Land gezogen, in dem die Menschen mehr Rechte hatten. Ich musste aber feststellen, dass Demokratie nicht automatisch Selbstbestimmung bedeutet. Meine jahrelange Suche nach einem Lebenssinn führte mich in die bibelfundierte Freikirche.

Welche Bedeutung hatte die Freikirche auf Ihr Leben?
Leider fühlte ich mich noch immer fremdbestimmt. Nur nicht mehr in Variante A, sondern nun in Variante B. Jetzt wurde mein Leben nicht mehr durch das Einparteiensystem des Kommunismus und dessen absoluten Wahrheitsanspruch dominiert, sondern durch eine Gottesfigur, die einzig in der Bibel, beziehungsweise einem bibelzentrierten Leben zu finden sei. Die freikirchliche Arbeit und die entsprechende Lebensführung brachten mich in einen Zustand der Selbstaufopferung. Während dieser Zeit haben mein Mann und ich viele hunderte notleidende Menschen in unserem Heim aufgenommen, um nur ein Beispiel zu nennen. Darüber habe ich meine eigenen spirituellen Bedürfnisse vernachlässigt und die eigene Mitte verloren.

Sie sind Sängerin und Gesangspädagogin. Wieso erweiterten Sie Ihren beruflichen Horizont um die Tätigkeit als Bewusstseinstrainerin?
Meine Arbeit als Gesangspädagogin machte mir bewusst, wie viel schöpferisches und kreatives Potenzial in jedem von uns steckt. Wenn jeder Mensch seinen Kern und die damit verbundene Selbstverantwortung spürt, reagiert er nicht mehr auf die Ansprüche von Autoritäten, sondern er agiert selbstbewusst. Das Leben wird konstruktiv statt destruktiv. Man lebt selbst- statt fremdbestimmt. Dies möchte ich nicht nur Menschen mit künstlerischen Ambitionen vermitteln, sondern allen, die auf Sinnsuche sind und ihr Leben selber in die Hand nehmen wollen.

Gerade ist Ihr Buch “Supraleitung: Der Weg zur Mitte” erschienen. Was möchten Sie den Lesern vermitteln?
Bereits mit meiner Videoreihe “Schwungvoll im Leben” möchte ich die Zuschauer zum Nachdenken bringen und sie ermutigen, sich mit ihren Rollen im Leben und Beziehungen zu Mitmenschen auseinanderzusetzen. Das Buch ist die konsequente Fortsetzung dieses Ansatzes. Mentale Stärke kann mithilfe körperlicher Übungen erreicht werden. Es gibt Muskeln im Körper, denen im Alltag kaum Beachtung geschenkt wird. In 31 Einheiten, die innerhalb von 31 Tagen trainiert werden können, zeige ich auf, wie man durch Aktivierung dieser tiefliegenden Muskulatur die Körpermitte finden und dabei sich selbst neu spüren kann. Dabei beseitigen sie innere Verspannungen und erreichen eine gerade und aufrechtere Haltung. Sie können besser und artikulierter reden und werden dadurch selbstbewusster. Der Schlüssel vom fremd- zum selbstbestimmten Leben liegt in ihren Händen.

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